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© by VCP-Stamm Kleiner Prinz
Last Update: 08.10.2008 17:59

 

Die Pfadfinderische Methode

Die pfadfinderische Methode ist weltweit grundsätzlich identisch und beruht auf den Ideen von Baden Powell. Es handelt sich um ein System fortschreitender Selbsterziehung durch:
- ein Versprechen und ein Gesetz
- Lernen durch Handeln (Learning by doing)
- Bildung kleiner Gruppen (Sippen) in denen die eigentliche Pfadfinderarbeit stattfindet.

Gesetz / Versprechen:
Die Pfadfindergesetze sind keine starren Verhaltensregeln, sondern vielmehr Impulse und Anreiz zu einer Art des Verhaltens sein. Deshalb ist es von großer Bedeutung, dass wir uns dafür interessieren, was sich hinter dem Wortlaut verbirgt.
Anhand der Pfadfindergesetze können wir ein Ideal entwerfen, das uns als Vorbild dienen kann. Im Laufe unserer Pfadfinderzeit bildet sich dann eine bestimmte Lebenseinstellung heraus, die sowohl der Gemeinschaft als auch jedem Einzelnen zu Gute kommt.

Unsere Gesetze:

Christliche Pfadfinderinnen und Pfadfinder ...

  1. ...sind aufrichtig in Gedanken, Worten und Taten.
  2. ...sind zuverlässig und hilfsbereit.
  3. ...verlieren in Schwierigkeiten nicht den Mut.
  4. ...schützen die Natur und bewahren die Schöpfung.
  5. ...leben einfach und können verzichten.
  6. ...fügen sich aus freiem Willen in die Gemeinschaft ein.
  7. ...sind kameradschaftlich und treu.
  8. ...setzen sich für Frieden ein und lösen Streit ohne Gewalt.
  9. ...nehmen Rücksicht und achten ihre Mitmenschen.
  10. . ...tragen zur Freundschaft aller Pfadfinderinnen und Pfadfinder auf aller Welt bei.

Es wäre schade, wenn uns die Pfadfindergesetze gerade noch gut genug dazu wären, dass wir mal kurz darüber reden, "weil´s halt dazu gehört". Auch ein reines Auswendiglernen der Gesetze finden wir nicht sinnvoll, und es ist außerdem ziemlich uninteressant. Bei einem näheren Vergleich der Fassung des VCP - Rheinland-Pfalz/Saar mit den wörtlichen Übersetzungen der Gesetze, die Baden-Powell 1907 veröffentlichte, zeigt sich, dass doch jedem was dazu einfallen kann. Hier nun einige Anregungen:

Christliche Pfadfinderinnen und Pfadfinder ...

  1. ...sind aufrichtig in Gedanken, Worten und Taten.
    B.P.: A scout is clean in thought, word and deed.
    - Ein Pfadfinder ist rein in Gedanken, Wort und Tat.

    Stichworte:
    Aufrichtigkeit, Ehrlichkeit, Offenheit. Ich verhalte mich so, dass ich es vor anderen und mir selbst vertreten kann. Ich sehe Fehler ein und stehe dazu.

  2. ...sind zuverlässig und hilfsbereit.
    B.P.: A scouts duty is to be useful and to help others.
    - Die Pflicht des Pfadfinders ist es, nützlich zu sein und andren zu helfen.

    Stichworte:
    Zuverlässigkeit, Hilfsbereitschaft, Allzeit Bereit, Die gute Tat. Ich halte Abmachungen pünktlich ein.

  3. ...verlieren in Schwierigkeiten nicht den Mut.
    B.P.: A scout smiles and whistles under all difficulties.
    - Ein Pfadfinder lächelt und pfeift in allen Schwierigkeiten.

    Stichworte:
    Geduld, Optimismus, Ausdauer, Humor. Ich lasse mich durch unerwartete Schwierigkeiten nicht vom Ziel abbringen und suche mit anderen Mitteln einen Weg. Ein Lager kann trotz Regen super sein; ich lasse mich von Besserwissern nicht abwimmeln.
  4. ...schützen die Natur und bewahren die Schöpfung.
    B.P.: A scout is a friend to animals.
    - Ein Pfadfinder ist Freund der Tiere

    Stichworte:
    Tier-, Natur- und Umweltschutz. Ich versuche die Welt ein bisschen besser zu verlassen, als ich sie angetroffen habe. Ich bedenke, dass der Mensch nur ein Lebewesen unter vielen ist. Rücksicht auf Tiere und Natur nehmen, aber auch Interesse daran zeigen. Mülltrennung und andere Umweltfreundliche Dinge beachten.

  5. ...leben einfach und können verzichten.
    B.P.: A scout is thrifty.
    - Ein Pfadfinder ist genügsam.

    Stichworte:
    Sparsamkeit, mit Einfachem zufrieden sein, Freude an kleinen Dingen, kein Neid. Ich denke nicht immer gleich, dass ich überall zu kurz komme. Nachdenken über Konsumverhalten.

  6. ...fügen sich aus freiem Willen in die Gemeinschaft ein.
    B.P.: A scout obeys orders of his parents, patrol leader or scoutmaster without question
    - Ein Pfadfinder befolgt die Anordnungen seiner Eltern oder seines Pfadfinderführers, ohne sie in Frage zu stellen.

    Stichworte:
    Eigenes Mitwirken bei Entscheidungen, Kompromissbereitschaft. Ich sehe, dass wir bei den Pfadfindern Ziele haben, die wir gemeinsam erreichen wollen. Nicht jeder Vorschlag der Sippenführerrinn oder des Sippenführers muss mit Gemotze kommentiert werden. Ich stehe nicht immer im Mittelpunkt.

  7. ...sind kameradschaftlich und treu.
    B.P.: kein Orginaltext

    Stichworte:
    gemeinsam an einem Strang ziehen, "treu" gegenüber der Sippe und den Pfadfindergrundsätzen, seinem Versprechen.
    Nicht nur das Vergnügen wird geteilt, sondern auch die Arbeit; beim Spülen und beim Aufbau packen alle mit an.

  8. ...setzen sich für Frieden ein und lösen Streit ohne Gewalt.
    B.P.: kein Orginaltext

    Stichworte:
    Kompromissbereitschaft, verzeihen können, Lästereien und Fertigmachen unterlassen. Zwischen Streithähnen vermitteln, Diskussion "üben"

  9. ...nehmen Rücksicht und achten ihre Mitmenschen.
    B.P.: A scout is courteous.
    - Ein Pfadfinder ist höflich.

    Stichworte:
    Sensibilität, Freundlichkeit. Ich entwickle ein Gefühl für den Umgang mit anderen. Leute auf der Straße grüßen, auch mal jemandem zulächeln, Sitzplätze für ältere Leute freimachen.

  10. ...tragen zur Freundschaft aller Pfadfinderinnen und Pfadfinder auf aller Welt bei.
    B.P.: A scout is a friend to all and brther to every other scout.
    - Ein Pfadfinder ist ein Freund aller Menschen und ein Bruder jedem anderen Pfadfinder.

    Stichworte:
    Kontaktfreudigkeit, Interesse für andere. Ich suche den Austausch mit anderen Menschen und pflege ihn auch. Gemeinsame Unternehmungen auf verschiedenen Ebenen (Stufe, Stamm, Bezirk, ...international). Brieffreundschaften ins Ausland.

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Unsere Versprechen:

Aufnahme in die Pfadfinderstufe:
Im Vertrauen auf Gottes Hilfe will ich Christliche Pfadfinderin / Christlicher Pfadfinder sein und nach unseren Regeln mit euch leben.

Jungpfadfinderinnen und Jungpfadfinder:
Im Vertrauen auf Gottes Hilfe verspreche ich,
als Jungpfadfinder/in mein Leben nach Jesus Christus auszurichten,
unser Pfadfindergesetz zu erfüllen
und in meiner Sippe mitzuarbeiten.

Pfadfinderinnen und Pfadfinder:
Im Vertrauen auf Gottes Hilfe verspreche ich,
als Pfadfinder/in mein Leben nach Jesus Christus auszurichten,
unser Pfadfindergesetz zu erfüllen
und in meinem Stamm mitzuarbeiten.

Späherinnen und Späher:
Im Vertrauen auf Gottes Hilfe verspreche ich,
als Späher/in mein Leben nach Jesus Christus auszurichten,
unser Pfadfindergesetz zu erfüllen
und in meinem Stamm und meinem Gau mitzuarbeiten.

Ranger und Rover:
Im Vertrauen auf Gottes Hilfe verspreche ich,
als Ranger/Rover in der Pfadfinderarbeit mitzuarbeiten,
den anderen Vorbild und Hilfe zu sein
und den Pfadfinderidealen treu zu bleiben.

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Learning by doing:

Ein sehr wichtiger Bestandteil der pfadfinderischen Methode ist das Konzept der aktiven Erziehung. Lernen durch tun (Learning by doing) ist heute ein Eckpfeiler der modernen Erziehung geworden.
Die Idee des Pfadfindertums durch Beobachten, Experimentieren und eigenem Erleben zu lernen ist zentraler Bestandteil der Arbeit. Ein Programm welches auf Konsum ausgerichtet ist, also nicht auf dem Konzept des Learning by doing basiert, kann nicht als Pfadfinderarbeit bezeichnet werden.

Die kleine Gruppe (Sippe):

In der kleinen, überschaubaren, verbindlich und langfristig zusammenkommenden Gruppe, der Sippe, ermöglichen wir Kinder und Jugendlichen Dinge zu finden, die heute nicht mehr selbstverständlich sind: Geborgenheit, das Erlebnis tiefgehender Freundschaft, das Wissen aufeinander angewiesen, aber auch das Gefühl, selbst für andere unentbehrlich und verantwortlich zu sein. Wir wollen dabei bleiben.

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Der Inhalt dieser Seite wurde mit freundlicher Genehmigung von der Seite des VCP-Landesverbandes Rheinland-Pfalz/Saar übernommen.