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© by VCP-Stamm Kleiner Prinz
Last Update: 08.10.2008 17:59

 

10 Fragen - 10 Antworten

Argumente aus dem Verband Christlicher Pfadfinderinnen und Pfadfinder Rheinland-Pfalz/Saar
Pfadfinderinnen und Pfadfinder in der Öffentlichkeit - sie lösen verschiedene Reaktionen aus.

Einführung
Frage 1
Ihr nennt Eure Gruppenleiter FÜHRER
Was versteht Ihr darunter?
Frage 2
Bei Euch gibt es GAUE, STÄMME, SIPPEN.
Wieso benutzt Ihr diese veralteten Begriffe
Frage 3
TRADITIONEN sind Euch wichtig.
Welche? Und Warum?
Frage 4
Ihr wollt WERTE vermitteln.
Warum eigentlich? Und welche?
Frage 5
Eure AUFNAHMEN sind ein geheimnisvolles Ritual
Was verbindet Ihr damit?
Frage 6
Ihr seit leicht mit der HITLERJUGEND oder heutigen Neonazis zu verwechseln.
Was unterscheidet Euch von denen?
Frage 7
Euer FÜHRUNGSSYSTEM ist undemokratisch.
Frage 8
Ihr singt LIEDER AUS KRIEGSZEITEN.
Warum?
Frage 9
Eure Lager erinnern an eine VORMILITÄRISCHE AUSBILDUNG!
Frage 10
Ihr tragt eine UNIFORM.
Wieso eigentlich?
Impressum
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Einführung.

Pfadfinderinnen und Pfadfinder in der Öffentlichkeit - sie lösen verschiedene Reaktionen aus. Was es mit dieser "Kluft" auf sich, dem Pfadfinderhemd mit dem Halstuch? Woher kommen die verwendeten Beriffe? Erscheinungsbild und Aktivitäten, Formen und Traditionen der Pfadfinder geben manchen Anlaß zu - auch kritischen - Rückfragen.
Zehn solcher Fragen haben wir herausgegriffen. Sie sind nicht repräsentativ, sie provozieren und spitzen zu. Die Fragen fordern Erklärungen und Stellungnahmen heraus - das sollen sie auch. Die Antworten wollen informieren und deutlich machen: mit undemokratischen, nationalistischen oder radikalen Jugendgruppen haben Pfadfinderinnen und Pfadfinder nichts zu tun.
Zehn Fragen - zehn Antworten; damit könnte ein Gespräch über die pfadfinderische Idee beginnen. Dazu laden wir ein und darauf freuen wir uns!
Herzlich "Gut Pfad"

Peter von Unruh
VCP-RPS Landesführer a.D.

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» Ihr nennt eure Gruppenleiter FÜHRER.

Was versteht ihr darunter?«

Ein Führer oder eine Führerin ist für uns eine Persönlichkeit, die in die Gruppe integriert ist und in Eigenverantwortung die Werte und Ziele der Pfadfinderbewegung vermittelt. Dies sind vor allem Verantwortungsbereitschaft, Selbstständigkeit, ein christliches Menschenbild und ein bewußter Umgang mit der Natur. Kennzeichen von Führung ist ein starker persönlicher Bezug des Führers zu dem ihm anvertrauten Menschen. Zu dieser Verantwortung bekennen sich unsere Gruppenführerrinnen und Gruppenführer. Pfadfinder haben ein Erziehungsziel; deshalb gibt es Führer, die den Weg dorthin weisen und vorangehen.

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» Bei euch gibt es GAUE,

STÄMME und SIPPEN.

Wieso benutzt Ihr diese veralteten Begriffe ?«

Die Begriffe sind - zugegeben - schon sehr alt. Sie stammen aus dem Germanischen und beschreiben eine freundschaftlich-familiär verbundene Gruppe von Menschen, die sich gegenseitig verpflichtet sind. Dies ist auch das Modell für unsere Gruppen. Deshalb wur den die Begriffe von Anfang an in der Pfadfinderarbeit in Deutschland benutzt - lange bevor sie im dritten Reich mißbraucht wurden. Für uns haben sie eine nun schon fast 70-jährige Tradition. Diese möchten wir nicht einfach aufgeben.
Die kleinsten Gruppen in unserem Verband heißen Sippen. Sie bestehen in der Regel aus 6-8 Mitgliedern; so sind sie übersichtlich und geben gerade jüngeren Mitgliedern die Möglichkeit, Kontakte zu knüpfen. Hier spie len auch die engere Zusammengehörigkeit und das Aufeinander-Angewiesensein eine besondere Rolle. Stämme sind die Zusammenschlüsse mehrerer Sippen an einem Ort, Gaue umfassen mehrere Stämme in einer größeren Region. Diese Untergliederungen erleichtern die altersgemäße Arbeit und helfen, den Zusammenhalt zu fördern.

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» TRADITIONEN sind euch wichtig.

Welche ? Und warum ? «

Unsere inhaltlichen Grundlagen und äußerlichen sichtbaren Zeichen stehen in einem engen Zusammenhang mit den Traditionen unseres Pfadfinderverbandes. Zu den inhaltlichen Grundlagen gehören z.B. das Pfadfindergesetz und - versprechen, die Arbeit in Altersst ufen und die Arbeit mit dem Evangelium. Nach außen treten natürlich vor allem in Erscheinung: die Kluft oder Tracht, Fahnen, Abzeichen oder auch der Kreis, in dem gegessen, gesungen, diskutiert und Andacht gehalten wird. Dabei sind die meisten äußerlichen Formen in enger Verbindung mit den traditionellen Inhalten unserer Arbeit geprägt worden. Unsere Traditionen gehen auf den Gründer der Pfadfinderbewegung,, Lord Robert Baden-Powell, zurück. Oder sie sind im Laufe der (deutschen) Pfadfindergeschichte entstanden und stammen zum Beispiel aus den Vorgängerverbänden des VCPs ( CPD-Christliche Pfadfinderschaft Deutschlands, EMP- Evangelischer Mädchen-Pfadfinderbund, BCP- Bund Christlicher Pfadfinderinnen). Sie sind uns wichtig, weil sie uns helfen, unsere Ziele zu verwirklichen und zugleich die Grundideen des Pfadfindertums zu bewahren. Die Pfadfindertradition betonen die Gemeinschaft in unseren Gruppen und in der weltweiten Pfadfinderbewegung und nach außen hin sichtbar.

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» Ihr wollt WERTE vermitteln.

Warum eigentlich ? Und welche ? «

Wir wollen, daß junge Menschen ihre vollen geistigen, körperlichen und gesellschaftlichen Fähigkeiten erlangen - als einzelne, als verantwortungsbewußte Bürger und als Glieder ihrer örtlichen, nationalen und internationalen Gemeinschaften. Junge Menschen auf der Suche nach Sinn und Orientierung sollen im VCP im christlichen Glauben als Angebot und als Chance für ihr Leben erfahren.
Unsere Werte sind in den Pfadfindergesetzen formuliert:
Als Christliche Pfadfinderinnen und Pfadfinder richten wir unser Leben nach Jesus Christus aus.
Christliche Pfadfinderinnen und Pfadfinder ...

  • sind aufrichtig in Gedanken, Worten und Taten.
  • sind zuverlassig und hilfsbereit.
  • verlieren in Schwierigkeiten nicht den Mut.
  • schützen die Natur und bewahren die Schöpfung.
  • leben einfach und können verzichten.
  • fügen sich aus freiem Willen in die Gemeinschaft ein.
  • sind kameradschaftlich und treu.
  • setzen sich für Frieden ein und lösen Streit ohne Gewalt.
  • nehmen Rücksicht und achten ihre Mitmenschen.
  • tragen zur Freundschaft aller Pfadfinderinnen und Pfadfinder auf der Welt bei.

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» Eure AUFNAHMEN sind ein geheimnisvolles Ritual.

Was verbindet Ihr damit ?«

Für den Sippling bedeutet die Aufnahme den Weg in die Gemeinschaftder Pfadfinderinnen und Pfadfinder sowie die Anerkennung der geleisteten Arbeit mit und in der Sippe. Die Aufnahmefeier schafft eine besondere Atmosphäre, durch die das Versprechen eine besondere Bedeutung erhält. Im Versprechen kommen die pfadfinderischen Werte und Ideale zum Ausdruck. Mit dem Versprechen geht der Sippling eine Verpflichtung sich selbst und der Gemeinschaft gegenüber ein:
Im Vertrauen auf Gottes Hilfe verspreche ich, als Pfadfinder/in mein Leben nach Jesus Christus auszurichten, unser Pfadfindergesetz zu erfüllen und in meinem Stamm mitzuarbeiten.
(Pfadfinderversprechen der 13 bis 14-jährigen)

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» Ihr seid leicht mit der HITLERJUGEND oder heutigen Neonazis zu verwechseln.

Was unterscheidet Euch von denen?«

Die Pfadfinderbewegung wurde im Jahr 1907 von Lord Robert Baden-Powell in England ins Leben gerufen; erste Pfadfindergruppen gab es in Deutschland etwa ab 1911, also deutlich früher als etwa die Hitlerjugend im 3. Reich. Weil die Pfadfinderarbeit auch schon damals gut und erfolgreich war, weil sie Kinder und Jugendliche begeistert, wurde und wird sie immer wieder kopiert. Dies hat die Hitlerju-gend getan, dies tun heut manche rechtsradikale Jugendgruppen ( z.B. die verbo-tene Vikingjugend ). Formen und Symbole der Arbeit wurden aber auch in den kommunistischen Systemen, z.B. von der Freien Deutschen Jugend der DDR nachgemacht. Das macht deutlich, daß wir - unabhängig davon, welche äußeren Formen wir verwenden - immer ungebetene Nachahmer haben werden.
Wer einmal hinter die Äußerlichkeiten auf die Inhalte blickt, der wird sehr schnell feststellen, daß wir mit Hitlerjugend oder Neonazis nichts gemeinsam haben. Unser Ziel ist es, unsere Mitglieder erlebnisorientiert zu selbstständi-gen, verantwortlich denkenden und weltoffenen Menschen zu erziehen und sie in die Lage zu versetzen,, sich ihr eigenes Urteil zu bilden. Der Verband christlicher Pfadfinderinnen und Pfadfinder ist an keine Partei oder Ideologie gebunden.

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» Euer FÜHRUNGSSYSTEM ist undemokratisch .«

Auf der Ebene der Stämme werden die Führungen gewählt und von Gremien ( Voll- oder Delegiertenversammlungen ) kontrolliert. Die meisten unserer Stämme haben auch eine eigene Ordnung, die das Verhältnis der verschiedenen Aufgabenträger zueinander regelt. Und das gilt natürlich erst recht für alle übrigen Ebenen des Verbandes.
In diesem demokratischen Gefüge werden allein die Führerinnen und Führer unserer Sip-pen nicht von ihren Gruppen selbst gewählt, denn es erscheint uns nicht verantwortbar, 8 bis 10-jährige oder auch 10 bis 12-jährige ihre Gruppenführer selbst wählen zu lassen. Für diese Ämter müssen geeignete Personen gefunden werden, die eine entsprechende Schulung haben und gezeigt haben, daß sie Verantwortung tragen können. Gerade hier gilt aber auch: wir führen im Dialog mit den Kindern und Jugendlichen und ziehen jede und jeden zur Mitverantwortung heran.

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» Ihr singt LIEDER AUS KRIEGSZEITEN. Warum ?«

Unsere Lieder sind nicht die der jeweils gültigen Pop-Musik-Hitlisten. Das gemeinsame Singen ist Ausdruck unserer Ge-meinschaft und Lebensfreude, aber auch unserer Nachdenklichkeit. Wir machen unsere Musik selbst und unsere Liederbücher belegen ein breitgefächertes Repertoire. Der überwiegende Teil unserer Lieder ist ohne ge-schichtlichen oder politischen Bezug. Viele der älteren Lieder sind als deutsche Volkslieder allgemein bekannt oder stammen aus den Liedersammlungen der Wandervogel- und Pfadfinderbewegung. Diese singen wir, weil sie uns das Lebensgefühl ihrer Entstehungszeit nahebringen können. Sie sind Zeitdokumente - auch aus Kriegs- und Revolutionszeiten, die nicht gedankenlos gesungen werden. Wir bemühen uns, den Jüngeren die Bedeutung, Herkunft und Sprache der Lieder zu erläutern. Kriegsverherrlichende Lieder singen wir nicht.
Andere Lieder haben wir von unseren Fahrten mitgebracht, von ausländischen Partnergruppen gelernt oder selbst gedichtet. So wollen wir unserem heutigen Lebensgefühl musisch Ausdruck verleihen und unsere gemeinsame(n) Geschichte(n) vertonen.

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» Eure Lager erinnern an eine VORMILITÄRISCHE AUSBILDUNG !«

Vormilitärische Ausbildung will auf den Krieg, auf den Umgang mit Waffen vorbereiten. Wir Pfadfinderinnen und Pfadfinder erlernen bei unseren Lagern das Leben in der Gruppe, das gemeinsame Lösen von Problemen und den schönen Umgang mit der Natur.
Gerade bei internationalen Lagern und Fahrten ins Ausland lernen wir andere Kulturen kennen und achten. Pfadfinder erziehen zum Frieden, als internationale Bewegung sind sie zur Toleranz gegenüber anderen jederzeit bereit.
Unsere Arbeit findet zu einem großen Teil in der Natur statt. Karte und Kompaß, die Kenntnis von Sternbildern, das Lagerfeuer und das Zelten im Freien helfen uns, unsere natürliche Umwelt besser zu verstehen. Mit vormilitärischer Ausbildung hat das alles nichts zu tun.

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» Ihr tragt eine UNIFORM.

Wieso eigentlich?«

Die Kluft, das sind das Pfadfinderhemd und das Halstuch, wurde vom Gründer der Pfadfin-derbewegung eingeführt, um die sehr unterschiedliche gesellschaftliche Herkunft der Kinder nicht schon an der Kleidung sichtbar werden zu lassen. Sie hat sich - zusammen mit dem Halstuch - auch als sehr praktisches Kleidungsstück erwiesen.
So ist die Kluft zu einem wichtigen Erkennungszeichen unserer pfadfinderischen Arbeit geworden. Einige Teile der Kluft können individuelle gestaltet werden und grenzen sie somit von einer Uniform ab. Die Kluft ist zudem ein Ausdruck der Gemeinschaft und Verbundenheit der Pfadfin-derinnen und Pfadfinder auf der ganzen Welt. Wir gehören zu dieser weltweiten Gemeinschaft und wollen dies auch äußerlich deutlich machen. In vielen Ländern der Welt ist die Pfadfinderkluft heute sehr angesehen.

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Impressum.

Herausgeber:
VCP Rheinland-Pfalz/Saar

Redaktion:
Christine Klingenspor, Peter von Unruh; Layout: Ralf Tempel

Überarbeitet für's Internet: VCP-KP, Johannes Richard

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